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Geschichte der Versicherungen

Versicherungen sind im Prinzip genauso alt, wie es auch die Zivilisation ist. Es zählt zu den grundsätzlichsten Bedürfnissen des Menschen, den erworbenen Besitz zu erhalten und zu schützen. Die Wurzeln der Idee einer Versicherung reichen bis in die Antike zurück. Schon die Römer wussten, dass rechtzeitige Bildung finanzieller Rücklagen hilft, um harte Zeiten oder den so genannten Fall der Fälle abzusichern. Die alten Römer wussten ebenfalls, dass diese Last des Absicherns umso geringer wird, je mehr Menschen sich daran beteiligen.

So einfach dieses Prinzip "geteiltes Leid, bedeutet halbes Leid" auch erscheint, es ist auch die Grundlage für moderne Versicherungen. So wird die Gemeinschaft derer, die sich absichern, nur solange bestehen, wie nicht ausschließlich ein Einzelner versucht, sich an der Gemeinschaft zu bereichern. Dabei ist es unerheblich, ob Vorsatz oder persönliche Unfähigkeit die Gründe sind.

Genau dieses Prinzip findet heute Anwendung, wenn Sie beispielsweise betrunken einen Autounfall verursachen. Ihre Autoversicherung wird diesen Schaden wahrscheinlich nicht bezahlen, zum Schutz der anderen Versicherten und zum Eigenen. Auch wenn Sie wiederholt und unnötig Leistungen Ihrer Versicherung in Anspruch nehmen. Wenn sie beispielsweise regelmässig zur persönlicher Befriedigung Ihre Mitmenschen auf Kosten Ihrer Rechtsschutzversicherung verklagen, wird diese Ihren Vertrag irgendwann einfach kündigen.

Heutzutage spielt natürlich auch der Staat eine Rolle bei der Ausgestaltung der Versicherungslandschaft. Doch auch dieses Prinzip ist alt. So führte bereits Kaiser Hadrian eine Versicherung für den Todesfallschutz ein, die vor allem für das Militär und die einfache Bevölkerung konstruiert war. Nur bildete damals der Gedanke des gleichen Risikos für alle die Grundlage zur Berechnung der Versicherungsbeiträge.

Natürlich sind die Menschen in einer modernen Gesellschaft vielen verschiedenen Risiken ausgesetzt und zu dem auch in unterschiedlich starkem Maße gefährdet. Um dieses komplexe Geflecht von Risiken absichern zu können, bedienen sich Versicherer heutzutage moderner mathematischer Modelle.

Die Grundlage hierfür sind die Errungenschaften der französischen Mathematiker Blaise Pascal und Pierre de Fermat. Diese stießen bei dem Versuch den Ausgang von Glücksspielen zu berechnen um 1654 auf die Wahrscheinlichkeitstheorie, die Theorie vom messbaren Zufall.

Nur wenige Jahrzehnte später entwickelte der Engländer Edmond Halley bereits die erste Sterbetafel. Anhand dieser ließ sich ermitteln, wie alt Menschen im Durchschnitt werden. Somit war die erste Lebensversicherung geboren. Nur dank der komplizierten mathematischen Modelle lassen sich exakte Beiträge für die Absicherung bestimmter Risiken ermitteln und zudem ein beliebiger und sicherer Gewinn für die versichernde Gesellschaft erzielen.

Warum an dieser Stelle diese Ausführungen? - Nun, wenn Sie richtig versichert sein wollen, müssen Sie lediglich genau die gleichen Überlegungen anstellen, wie es auch Versicherungen tun. Möchten Sie sich beispielsweise gegen das Risiko A absichern, sollten Sie wie folgt bei Ihrer Überlegung verfahren. Wird das Risiko bis zu einer Summe von 24.000 Euro abgesichert und beträgt der Beitrag (die Versicherungs Prämie) monatlich 100 Euro, so ergibt sich folgende simple Rechnung. Tritt innerhalb von 20 Jahren Beitragsdauer das erwähnte Risiko A ein, haben Sie dank der Versicherungspolice entweder einen Vorteil erzielt oder zumindest Ihre gezahlten Beiträge zurückerhalten. Würden Sie diese Versicherung vermeiden wollen, so müssten Sie stets 24.000 Euro vorhalten, um gegen das Risiko abgesichert zu sein. Es gibt also sinnvolle und weniger sinnvolle Versicherungen. Im angeführten Beispiel hängt es davon ab, ob Sie überhaupt in der Lage sind die benötigte Summe vorzuhalten und natürlich wie wahrscheinlich der Eintritt des Risikos A ist.

Das Paradoxe am Prinzip der Versicherungen ist, dass sich die Versicherten ein Eintreten des Schadenfalls - sprich die Zahlung der Versicherung - in der Regel gar nicht wünschen. Eine Art Ausnahme ist hier die Lebensversicherung. Der Tod ist ein absehbares Risiko. Wer sich gegen den Todesfall absichert, wünscht sehr wohl eine finanzielle Leistung der Versicherung an seine Hinterbliebenen - wohl aber kaum den Tod.

Wie bereits erwähnt, trägt der moderne Staat einen guten Teil des allgemeinen Risikos seiner Bürger mit. Beispiele hierfür sind die Arbeitslosenversicherung oder die gesetzliche Krankenversicherung. Die komplexe Gesamtheit aller Risiken kann der Staat für seine Bürger selbstverständlich nicht abdecken. Hier kommen private Versicherungsunternehmen ins Spiel, die sich daher noch heute als einen, den Staat entlastenden Teil der Volkswirtschaft ansehen.

In der Tat sind Versicherungsgesellschaften jedoch keinesfalls das Gleiche, wie die staatliche Wohlfahrt. Sie sind knallhart kalkulierende, Profit orientierte und zum Teil börsennotierte Unternehmen. Zudem stellen Versicherungsgesellschaften in der modernen Wirtschaft, dank tausender Beschäftigter und Milliarden bis Billionen von Versicherungsgeldern, einen sehr mächtigen Einflussfaktor dar.

Es verwundert daher nicht weiter, dass moderne Versicherungsgesellschaften wiederum Einfluss auf die Politik ausüben können, womit sich der bereits angesprochene Kreis zum Staat wieder schließt. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Einführung der Abgeltungssteuer ab 2009. Obwohl diese pauschale Besteuerung in Höhe von 25 % auf alle Kapitalerträge mit Masse eine drastische Steuererhöhung darstellt, schweigen die Versicherungsgesellschaften und genießen. Ihre Produkte (die Kapitallebensversicherung und die private Rentenversicherung) sind es, die auf Grund der steuerlichen Begünstigung zu den größten Gewinnern der Abgeltungssteuer gehören.

Vergessen Sie bei der Wahl einer Versicherung daher niemals, dass sowohl die Versicherungsgesellschaft, als auch der Ihnen gegenüber sitzende Makler oder Vertreter am Gewinn orientiert ist und selten nur zu Ihrem Wohl handelt. Daher ergibt sich die Notwendigkeit, dass Sie jedes Angebot einer Versicherung vergleichen sollten. Kein anderes Medium kann Ihnen so schnell einen umfassenden Versicherungsvergleich und so zahlreiche Versicherungstipps bieten, wie das Internet.