Versicherung Leitfaden Private Rentenversicherung

Private Rentenversicherung

Die private Rentenversicherung ist eine modifizierte Form der Kapital Lebensversicherung. Wenn Sie eine private Rentenversicherung abschließen, zahlen Sie zwar keine Risikobeiträge für den Todesfall, Ihre Rentenleistungen sind dann jedoch unmittelbar an die alternde Gesellschaft gebunden.

Es verwundert daher nicht weiter, dass die Rentenleistungen aus privaten Rentenversicherungen seit Jahren stagnieren. So konnten 69 von insgesamt 89 Versicherungsgesellschaften ihren Rentnern im Jahr 2006 nur eine Verzinsung zwischen 1 und 0 % gewähren.

Die Kassen der privaten Rentenversicherer sind genauso leer, wie die der gesetzlichen Rentenversicherung. Dieses ist eine Folge aus der seit Jahren ansteigenden Lebenserwartung der Versicherten und den anhaltend niedrigen Zinssätzen auf dem Kapitalmarkt. Der Abschluss einer privaten Rentenversicherung drängt sich daher zum aktuellen Zeitpunkt wirklich nicht auf.

Finanzwissenschaftler haben ermittelt, dass ein Versicherter derzeit ein Alter von 90 Jahren erreichen müsste, um aus einer privaten Rentenversicherung einen Vorteil ziehen zu können. Besonders benachteiligt sind Frauen, deren Lebenserwartungen liegen höher als die der Männer, Frauen Tarife sind daher im Schnitt  um 10 % schlechter gestellt, als die der Männer.

Wer heute auf der Suche nach einer rentablen Altersvorsorge ist, sollte daher von der privaten Rentenversicherung Abstand nehmen. Je nach Zielsetzung und natürlich in Abhängigkeit von der individuellen Situation, eignen sich folgende Alternativen.

  • Riester Banksparplan, Riester Fondssparplan und Riester Rentenversicherung
  • Kapital Lebensversicherung
  • Englische Lebensversicherung
  • Fondssparpläne oder Banksparpläne

Steuerliche Behandlung private Rentenversicherung

Der wesentliche Vorteil der privaten Rentenversicherung lag bei Abschluss bis zum 31.12.2004 in der steuerlichen Behandlung. So konnten damals und können noch heute Aufwendungen für eine private Rentenversicherung steuerlich geltend gemacht werden. Dies geschieht über den Sonderausgabenabzug für übrige Sonderausgaben, dieser wird in der Praxis meist bereits durch Haftpflichtversicherungen, zum Beispiel die Autoversicherung, aufgezehrt. Die Auszahlungen dieser Altverträge waren steuerfrei, die Einmalzahlung ist es noch heute.

Diese Privilegien verlor die private Rentenversicherung ab dem 1.1.2005. Beiträge zu Verträgen die ab diesem Stichtag abgeschlossen wurden, können nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden. Ebenfalls werden die Erträge in der Auszahlungsphase anteilig versteuert. Bei einer Einmalzahlung muss nur die Hälfte der Erträge versteuert werden, vorausgesetzt der Vertrag lief wenigstens 12 Jahre.

Bei Wahl einer monatlichen Leibrente werden die Erträge prozentual und in Abhängigkeit vom Renteneintrittsalter gestaffelt versteuert. Bei Renteneintritt mit 65 müssen derzeit noch 18 % der Erträge versteuert werden. In Hinblick auf die Abgeltungssteuer ab 2009 wird die private Rentenversicherung als steuerlich wieder besser gestellt und grundsätzlich wieder interessanter. 

Rendite einer privaten Rentenversicherung

Den Versicherern ist sehr wohl bewusst, dass die private Rentenversicherung als Produkt in der Krise steckt. Die einfachste Möglichkeit den Verkauf anzukurbeln, ist eine einfache Augenwischerrei. So garantieren manche Versicherer den Neukunden zunächst sehr hohe Verzinsungen. Die Kölner Asstel schrieb ihren Neukunden 2006 konkurrenzlose 5,1 % Verzinsung gut. Allerdings sind spätere Anpassungen dieser Zinsniveaus nicht ausgeschlossen, so erhielten die Altkunden der gleichen Gesellschaft bereits im gleichen Jahr 0,5 % Rendite weniger.

Dennoch landete die erwähnte Gesellschaft im Ranking für private Rentenversicherungen ganz oben. Ein gutes Geschäft - zumindest für den Versicherer. 

Ein ähnliches Prinzip fährt auch die AXA mit Ihrem neuen TwinStar Produkt. Der Versicherungskonzern war in der letzten Zeit unter Druck geraten, so lag die Verzinsung der alten Rentenversicherungen für 2006 abgeschlagen bei rund 3 %. Die TwinStar Klassik, heute ein Gipfelstürmer in den Ranglisten, ist im Prinzip nicht mit den klassischen heimischen privaten Rentenversicherungen zu vergleichen. So erfolgt die Verzinsung erst zum Ende der Laufzeit, jedoch nicht jährlich. Der Verbraucher verzichtet somit auf den Zinseszinseffekt. Unserer Meinung nach ist das keine gute Lösung.

Vorteile private Rentenversicherung

  • Garantierte Verzinsung über die gesamte Laufzeit.
  • Keine Gesundheitsprüfung, keine Risikobeiträge wie bei einer Kapital Lebensversicherung.
  • Sichere Rendite, da einmal gutgeschriebene Verzinsungen nicht mehr verfallen.
  • Flexibles Produkt, da Raten jederzeit ausgesetzt, erhöht oder verringert werden können.
  • Förderfähig als Riester Rentenversicherung oder Rürup Rentenversicherung. 

Nachteile private Rentenversicherung 

  • Abhängig von der alternden Gesellschaft, daher geringe Renditen.
  • Geringe Transparenz, Verbraucher kann Rankingsysteme und versteckte Regellungen kaum durchschauen.

Fondsgebundene Private Rentenversicherung

Da die Versicherer auf Grund der ansteigenden Lebenserwartungen und der geringen Renditen am Kapitalmarkt zum Teil in Bedrängnis gerieten, konzipierten Sie die fondsgebundene Rentenversicherung.

Diese soll dem Kunden die Teilnahme an den Entwicklungen der Finanzmärkte ermöglichen und so langfristig mehr Rendite erzielen. In Wirklichkeit überträgt dieses Produkt die Risiken sinkender Renditen und steigender Lebenserwartungen auf den Verbraucher. Eine elegante Lösung, jedoch vor allem für die Versicherer.

So sind fondsgebundene Rentenversicherungen vor allem durch eines gekennzeichnet, sie sind unglaublich teuer.